Das Anschreiben – Das Herzstück einer Bewerbung

Das Anschreiben ist der schwierigste Teil der Bewerbung, denn hier geht es um die persönliche Selbstdarstellung.

Der Lebenslauf ist die fachliche Visitenkarte, ein Deckblatt gestaltet den ersten Eindruck und das Bewerbungsanschreiben setzt alles in Bezug zueinander, vermittelt den roten Faden und gibt einen persönlichen Einblick in Ihre Motive und Einstellungen.

Häufig wird in Anschreiben nur der Werdegang nacherzählt und mit ein paar Anfangs- und Abschluss-Floskeln und einer Aufzählung von (angeblichen) Stärken ausgeschmückt. Im Netz finden sich unzählige Beispieltexte, die für alle ein bisschen passen – aber für niemanden wirklich! Ich nenne diese Texte „Gießkannenanschreiben“ und genauso lesen sie sich auch.

Es fühlt sich ein bisschen an wie unpersönliche Postwurfsendungen, in der Hoffnung, dass sich schon irgendjemand angesprochen fühlt. Mich erinnern sie immer an die täglich hereinflatternden Flyer von Lieferdiensten.

Anschreiben sind keine Postwurfsendungen

Und, Hand aufs Herz? Wie oft schaut man sich diese genauer an? Bei mir landen sie eher ungesehen im Mülleimer. Es sei denn, man braucht gerade ganz dringend etwas zu Essen und es ist im Grunde alles recht, solange es schnell geht. Dann kann man auch schon mal darauf zurückgreifen.
 
Übertragen auf Bewerbungen ergibt dieser Vergleich auf jeden Fall Sinn, denn auch bei Jobs gibt es Situationen, in denen so dringend jemand gebraucht wird, dass es fast egal ist, wer nun anfängt. Bei Berufen mit extremer Fluktuation und wenn es nur um das Verdienen der Miete geht, reicht es auch, und Sie können jetzt aufhören weiterzulesen, weil sie meine Hilfe gar nicht brauchen.
 
Wenn Sie sich aber wohlfühlen und das richtige berufliche Zuhause finden möchten, dann sind Sie hier genau richtig und ich erstelle mit Ihnen zusammen einen Text, in dem Sie sich wiedererkennen. Gemeinsam finden wir heraus, welche Stellen zu Ihrem Profil passen und wie sich diese Passung vermitteln lässt, sodass es auf der Gegenseite genauso ankommt.

Motivation und Leidenschaft statt 08/15-Bewerbungsvorlagen

Immer wieder bekomme ich Anschreiben von Kunden, die „wie Arsch auf Eimer“ zu einer Stelle passen und die wahnsinnig für ein Unternehmen oder einen Bereich brennen. Im Vorgespräch kommt unendlich viel Leidenschaft rüber und im Anschreiben steht dazu nicht ein Satz, sondern nur Standard-Floskeln. Viel stärker unter Wert kann man sich im Grunde nicht verkaufen. Wie soll der Arbeitgeber herausfinden, dass es niemanden gibt, der mehr Herzblut für die Stelle mitbringt als Sie, wenn Sie es nicht vermitteln?
 
Dafür ist es wichtig, dass Sie sich ein paar Gedanken machen, bevor Sie Ihr Anschreiben erstellen. Legen Sie die Stellenanzeige vor sich und gehen Sie durch, welche der Punkte Sie mitbringen.

Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

  • Was zeichnet mich beruflich und persönlich aus?
  • Warum habe ich mich für meinen Beruf entschieden und was macht mir daran Spaß?
  • Was spornt mich an / motiviert mich? Was will ich auf keinen Fall?
  • Wie habe ich mich bisher entwickelt und wo zieht es mich hin?
  • Warum passt die aktuelle Stelle perfekt zu mir und meinem Profil?
  • Welche Verbindung habe ich zum neuen Arbeitgeber / der Branche / dem Arbeitsbereich?

Belege statt Behauptungen

Notieren Sie sich außerdem Belege für bestimmte Stärken und Eigenschaften. Klassische Bewerbungsvorlagen nutzen meist einen ganzen Abschnitt, um irgendwelche „Stärken“ aufzuzählen, die gut klingen, aber die jeder behaupten kann, wenn der Tag lang ist.
 
Immer wieder lese ich Abschnitte wie „Meine größten Stärken sind: …“ und dann folgt eine lange Liste an Schlagwörtern, die inhaltlich überhaupt nichts aussagen und die auch kein Stück überzeugen. Ihr Gegenüber weiß nicht, ob es stimmt und kann es auch nicht prüfen, daher haben Sie hiermit viel Platz vergeudet, mit dem Sie die verantwortliche Person auf Ihre Seite hätten ziehen können.
 
Überlegen Sie daher unbedingt, welche Beispiele Sie dafür haben, um Fähigkeiten und Eigenschaften an konkrete Situationen zu knüpfen. Das sind nur kleine Anregungen für Sie, aber vielleicht hilft es schon, um ein paar gute Ideen zu sammeln, die am Ende den Unterschied machen.

Fließende Sprachkenntnisse ►► Vielleicht waren Sie bereits längere Zeit im Ausland?

Teamfähigkeit ►► Mannschaftssport? Ehrenamtliche Arbeiten?

Führungsstärke ►► Mehrere Jahre in leitende Positionen? Konkrete Erfolge? Fortbildung?

Belastbarkeit / Zielstrebigkeit ►► z.B. berufsbegleitende Weiterbildung, Familie und Vollzeitarbeit

  • Fließende Sprachkenntnisse ►► Vielleicht waren Sie bereits längere Zeit im Ausland?
  • Teamfähigkeit ►► Mannschaftssport? Ehrenamtliche Arbeiten?
  • Führungsstärke ►► Mehrere Jahre in leitende Positionen? Konkrete Erfolge? Fortbildung?
  • Belastbarkeit / Zielstrebigkeit ►► z.B. Berufsbegleitende Weiterbildung, Familie und Vollzeitarbeit

Damit produzieren Sie schon ein deutlich konkreteres Bild beim Gegenüber, als durch bloße Aufzählungen positiver Eigenschaften aus einem Bewerbungsratgeber. Immerhin möchte man einen Menschen einstellen, der ins Team und zur Unternehmenskultur passt. Geben Sie daher ein paar Einblicke, die Sie greifbarer machen und die positiv in Erinnerung bleiben.

Weniger ist mehr

Das klingt sehr viel, aber diese Fragen gehe ich mit meinen Kunden durch, um die (meist sehr umfangreichen) Antworten danach auf den Punkt zu bringen. Ein Anschreiben sollte eine DIN A4 Seite nicht überschreiten und daher ist es wichtig, die wichtigsten Details prägnant rüberzubringen.
 
Ihre Bewerbung ist kein Roman, sondern (im besten Fall) ein spannender Klappentext, der darüber entscheidet, ob man den vollständigen Roman dahinter auch noch kennenlernen möchte oder nicht. Ein kurzer Auszug, der Lust auf mehr macht und kein Versuch, den ganzen Text in Kurzform schon vorab zu vermitteln. Vielleicht hilft Ihnen diese Metapher ein bisschen.
 
Gerade, wenn Sie über sich selbst schreiben sollen, sehen Sie aber schnell den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und alles erscheint irgendwie wichtig. Hier bringe ich den roten Faden zum Vorschein und entwickle mit Ihnen gemeinsam eine Strategie, um die Kernpunkte zu vermitteln. Und wenn alle Stricke reißen, haben Sie immer auch die Option, Ihre Bewerbung einfach schreiben zu lassen.
 
Nutzen Sie den Mappencheck für eine erste Einschätzung. So bekommen Sie eine erste Idee von Optimierungsmöglichkeiten und wir können im Nachgang schauen, wie ich Sie unterstützen kann. Senden Sie mir einfach ein paar Zeilen über Ihre Situation, Ihre bisherigen Unterlagen und ggf. die dazugehörige Stellenanzeige. Alles weitere besprechen wir dann, wenn ich mir ein Bild gemacht habe.